Scrivener: Liebe auf den zweiten Blick

Scrivener: Liebe auf den zweiten Blick

friends2Auf der Suche nach einem Werkzeug für kreatives Schreiben findet man in Besprechungen viel Lob über Scrivener. Das Programm verspricht mein «complete writing studio» zu werden. Es ermöglicht unter anderem, gleichzeitig mit mehreren Dokumenten zu arbeiten, auf einer Pinnwand virtuelle Kärtchen anzubringen, Texte zu strukturieren und in verschiedenen Formaten zu exportieren. Scrivener kann man 30 Tage gratis ausprobieren oder gleich für 45 US Dollar herunterladen (Mac und Windows). (13.8.16)

Also nichts wie los. Beim Öffnen des Programms erscheint ein Startmenü mit Projektvorlagen, einer interaktiven Anleitung, dem Benutzerhandbuch sowie einem Link zu YouTube Videoanleitungen. Uff, etwas viel Lesestoff, wenn man einfach mal etwas herumspielen will, die Lernkurve erscheint auf den ersten Blick ziemlich steil zu sein. Andererseits ist es aber auch nicht notwendig, sämtliche Finessen auf Anhieb zu verstehen, um das Programm einzusetzen.

Ich empfehle, zuerst eine leere Projektvorlage zu verwenden und damit auf Entdeckungsreise zu gehen. Meiner Arbeitsweise kommt entgegen, dass ich einen Text wie bisher mit «Post-it»-Zetteln planen kann, die sich nun aber auf dem Bildschirm herumschieben und beliebig ordnen lassen. Der Witz ist, dass ich an jede Synopse, wie diese «Kärtchen» genannt werden, Texte, Bilder oder andere Dateien anhängen kann. Wenn ich am Aufbau etwas ändere und die Synopse verschiebe, kommt der ganze Stoff mit.

Nach einer gewissen Zeit entdeckt man immer neue Möglichkeiten des Programms, das gewiss auch einige Launen hat, will es einem doch wie die Office-Programme manchmal zu bevormundend helfen, wo man gar keine Hilfe will. Ich habe noch nicht alle Eigenmächtigkeiten ausschalten können. Dafür habe ich aber die Vorlage für das Erstellen von Drehbüchern genutzt und gleich Anhieb zügig damit arbeiten können.

Seit ein paar Wochen gibt es auch eine iOS Version (20 Franken im App Store), die sich mit der Desktop-Version synchronisieren lässt. So lassen sich auch unterwegs Ideen festhalten, wenn man ein grösseres Schreibprojekt mit sich herumträgt. Scrivener ist nicht ausdrücklich ein Werkzeug für wissenschaftliches Schreiben. In Kombination mit Citavi oder so sollte aber kein Wunsch mehr offen bleiben.

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