Standards

Ob Sie nun als Pflegefachperson eine Diplomarbeit, in einer Weiterbildung eine Abschlussarbeit oder als Soziologin einen Forschungsbericht verfassen: Der Text muss bestimmte Anforderungen erfüllen. Je nach Fachgebiet und «Flughöhe» gelten besondere Regeln. Die grundlegenden Standards sind aber identisch.

Struktur  Wissenschaftliche Texte sind in der Regel nach einem bestimmten Schema aufgebaut. Das hilft beim Schreiben und erleichtert den Lesenden die Orientierung. Aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe lässt sich die Abkürzung EMED oder in englischer Sprache IMRaD (Introduction, Method, Results and Discussion) ableiten. 

  1. Einleitung (Introduction): Forschungsgegenstand, Forschungslücke, Fragestellung, Relevanz
  2. Methode (Method): methodischer Ansatz der Arbeit und/oder der Forschung
  3. Ergebnisse (Results): Im Rahmen der Forschung gewonnene Erkenntnisse
  4. Diskussion (Discussion): Darstellung der Erkenntnisse im Zusammenhang der besprochenen Literatur, ev. daraus entstehende neue Forschungsfragen, Konsequenzen für die Praxis und anderes mehr

Der Vollständigkeit halber seit erwähnt, dass vor der Einleitung ein Abstract (kurze Zusammenfasung) und das Inhaltsverzeichnis stehen. Selbstverständlich gehört am Schluss auch ein Literaturverzeichnis dazu.

Meistens folgen die Vorgaben für Diplom-, Bachelor-, Master- und andere Abschlussarbeiten mehr oder weniger diesem groben Schema. Wenn Sie auf Ihrem Computer einen Ordner für das Schreibprojekt anlegen, richten Sie gleich auch Unterordner für diese Hauptteile der Arbeit an, um darin entsprechende Stoffe abzulegen. 

Die Standards wissenschaftlicher Texte einhalten sollten Forschende und Studierende gleichermassen. Unter anderem auch deshalb sind Sie vermutlich hier in der Schreibwerkstatt gelandet. Das bedeutet in erster Linie:

  • Texte so zu gliedern, dass sich andere rasch darin zurecht finden
  • präzise zu formulieren
  • richtig zu zitieren und
  • Referenzen anzugeben.

Zitieren fällt Ihnen hoffentlich leichter, wenn Sie den Nutzen erkennen:

  • Lesende Ihres Fachbereichs erkennen, dass Sie bei Ihren Überlegungen vom aktuellen Wissensstand ausgegangen sind und wie Sie sich zu den möglicherweise unterschiedlichen Positionen stellen.
  • Mit den Standpunkten anderer Autorinnen und Autoren können Sie eigene Positionen begründen. Sie können sich auf diese Weise auch von anderen Meinungen abgrenzen.
  • Indem Sie auf weiterführende Literatur verweisen, können Sie sich kürzer fassen. Gleichzeitig ist das eine Dienstleistung für Lesende, die sich mit dem Stoff noch intensiver befassen möchten.

Beschaffen Sie sich als ersten Schritt die Richtlinien für die Gestaltung von Literaturhinweisen, Zitaten und Literaturverzeichnissen Ihrer Ausbildungsstätte oder des Fachbereichs. Sie werden in der Regel zusammen mit den Vorgaben für die schriftliche Arbeit abgegeben. Fragen Sie andernfalls die Lehrpersonen nach den in Ihrem Fachgebiet üblichen Konventionen. Gibt es keine Richtlinien, halten Sie sich an grundsätzlich an Folgendes:

  • Welche Form Sie auch immer anwenden, zitieren Sie von A-Z einheitlich.
  • Geben Sie alle Quellen fremden Wissens an, die Sie in der Arbeit verwenden.
  • Stellen Sie auf keinen Fall fremdes Wissen als eigene Einsichten dar.
  • Machen Sie im Text Zitate klar erkennbar.
  • Geben Sie die Quellen so an, dass andere die zitierten Schriften ebenfalls finden.

Schauen wir uns die häufigsten Möglichkeiten des Zitierens genauer an:

Paraphrasieren  Wenn immer möglich sollten Sie versuchen, fremdes Wissen in eigenen Worten (als Paraphrase) wiederzugeben.

Während Meier (2012: 12) darauf hinweist, dass im Studium immer mit besonderen Anforderungen zu rechnen sei, fordern Pauli et al. (2013: 211), dass die Ausbildungsinstitutionen die Studierenden deshalb auch mit den erforderlichen Hilfsmitteln unterstützen müssten.

Auf diese Weise können Sie Aussagen anderer Autoren neutral, zustimmend, kritisch oder gar ablehnend wiedergeben. 

Wörtliches Zitat in den Text integriert: In einem wörtlichen Zitat wird ein Originaltext zwischen Anführungs- und Schlusszeichen oder als separater, eingerückter Absatz dargestellt:

Im Studium müsse immer mit «besonderen Anforderungen» (Meier 2012: 12) gerechnet werden, deshalb seien die Studierenden gemäss Pauli et al. (2013: 211) auch mit den «erforderlichen Hilfsmitteln und Werkzeugen» zu unterstützen.

Wörtliches Zitat, eingerückt  Soll ein ganzer Satz wörtlich wiedergegeben werden, kann er hervorgehoben werden, indem man ihn einrückt. Die wörtlich wiedergegebenen Zitate sollten nicht zu lang sein. Sie sind sparsam zu verwenden. 

Meier (2012: 12) fasst seine Meta-Analyse über Studienanforderungen in den Geisteswissenschaften wie folgt zusammen:

Die 325 Untersuchungen zu Studienanforderungen zeigen alle: Im Studium muss immer mit besonderen Anforderungen gerechnet werden.

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